Ursprünglich ausgebildete Krankenschwester, praktiziert sie seit über 20 Jahren Yoga.
und räumt ihm schon bald einen zentralen Platz in ihrem Leben ein. Yoga wird zu einem täglichen Begleiter, den sie nicht mehr missen möchte. Wir haben Fiona getroffen und mit ihr über ihren Alltag als Yogalehrerin sowie über die von ihr gemeinsam mit ihrer Freundin und Hebamme Clémence Perazzi entwickelte Ausbildung für prä- und postnatales Yoga gesprochen.
Hallo Fiona, Wie geht es dir? Für alle, die dich noch nicht kennen: Stell dich doch kurz vor!
Hallo :)
Mir geht es richtig gut, und dir?
Ich heiße Fiona Iménéo, bin Mama eines kleinen Jungen, der bald zwei Jahre alt wird, und lebe in Aix-en-Provence im Süden Frankreichs. Dort unterrichte ich seit über zehn Jahren Yoga. Ich habe mein eigenes Studio gegründet, das Lowé Studio, in dem ich Vinyasa- und Pränatal-Yoga unterrichte. Außerdem biete ich dort Ausbildungen für prä- und postnatales Yoga nach der Dilga-Methode an, die ich gemeinsam mit meiner Hebamme und Freundin Clémence entwickelt habe. :)

Seit wann praktizierst du Yoga und wie ist Yoga in dein Leben gekommen?
Ich praktiziere seit 20 Jahren Yoga – das ist schon eine ganze Weile, haha! Entdeckt habe ich Yoga, als ich in Montpellier lebte und gerade eine schwierige Phase in meinem Leben durchmachte. Seitdem hat mich die Praxis nie wieder verlassen. Damals hatte Yoga teilweise noch ein eher negatives Image und wurde schnell als „esoterisch“, „abgehoben“ oder sogar ein bisschen „sektenartig“ abgestempelt. Aber die positiven Auswirkungen und das Potenzial, das Yoga in mein Leben brachte, wurden für mich unverzichtbar. Und ich weiß: Yoga wird mich mein ganzes Leben begleiten. ;)
Warst du schon immer Yogalehrerin oder hattest du vorher einen anderen Beruf?
Nein, ursprünglich bin ich Krankenschwester. Yoga habe ich allerdings schon kennengelernt, bevor ich meine Ausbildung zur Krankenschwester begonnen habe.
Nach sieben Jahren eigener Yogapraxis habe ich meine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht und anschließend etwa sieben oder acht Jahre lang parallel zu meinem Beruf als Krankenschwester unterrichtet. Nach und nach habe ich meine Arbeitszeit im Krankenhaus reduziert, um mehr Yogakurse anbieten zu können, bis ich schließlich jeweils zur Hälfte als Krankenschwester und als Yogalehrerin gearbeitet habe. Ich habe es geliebt und es lief wirklich gut. Irgendwann habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich entschieden, ausschließlich als Yogalehrerin zu arbeiten. Es vergeht kein Tag, an dem ich dem Universum nicht dafür dankbar bin, dass Yoga zu meinem Hauptberuf geworden ist.
Warum hast du dich entschieden, Yogalehrerin zu werden? Was hat dich dazu bewegt?
Ganz klar: der Wunsch, auf eine andere Art für Menschen zu sorgen. Für mich ist Yoga eine Form der Prävention und ein unglaubliches Werkzeug für die körperliche und mentale Gesundheit. Ich habe mich sehr schnell auf der Yogamatte viel hilfreicher gefühlt als im Krankenhaus. Mein Platz war gewissermaßen schon vor dem Stadium der Krankheit … Prävention und Fürsorge sind für mich eine echte Berufung.
Wie hat Yoga dein Leben und deine Lebensweise beeinflusst?
Durch Yoga hat sich eigentlich alles verändert, ganz einfach deshalb, weil ich begonnen habe, wirklich zu verstehen, wer ich bin. Natürlich nicht nach drei Yogastunden … Es ist ein langer Prozess, aber einer, der meine Wahrnehmung des Lebens völlig verändert hat.
Yoga geht weit über die Matte hinaus. Die Praxis endet nicht bei den körperlichen Haltungen, sondern findet ihren Weg in unsere Entscheidungen, unsere Ernährung, unseren Lebensstil, unsere Beziehungen … eigentlich in alle Bereiche unseres Lebens.
Gab es Momente in deinem Leben, in denen dir Yoga besonders viel Kraft gegeben hat?
Yoga war in schwierigen, belastenden oder schmerzhaften Phasen meines Lebens immer eine Stütze.
Über den Körper zu arbeiten, ist eine unglaublich wertvolle Unterstützung. Sich mit dem Körper und dem Hier und Jetzt zu verbinden, um wieder klarer sehen zu können, hilft dabei, viele schwierige Situationen gelassener zu bewältigen.
Was gefällt dir an deinem Beruf am meisten und wann hast du das Gefühl, besonders viel bewirken zu können?
Ich liebe es, die Entwicklung meiner Schülerinnen und Schüler zu beobachten. Wenn du wüsstest, wie magisch das ist!
Jahr für Jahr habe ich das Gefühl, direkt vor meinen Augen Blumen aufblühen zu sehen.
Und was ich am allermeisten liebe, ist zu beobachten, wie Yoga auch bei ihnen immer mehr über die Yogamatte hinaus Teil ihres Lebens wird …



Welche Erfahrung aus deinem Alltag als Yogalehrerin hat dir besonders gezeigt, dass du den richtigen Beruf gewählt hast?
Es gibt so viele, dass ich mich kaum für eine einzige entscheiden kann. Einfach zu sehen, wie das Leuchten in traurige oder erloschene Augen zurückkehrt. Zu spüren, wie sich die Babys im Bauch ihrer Mütter bewegen, während ich sie begleite. Zu sehen, wie die Frauen Raum für ihr Baby schaffen und eine Verbindung zu ihm aufbauen – was für ein Geschenk! Oder Menschen zu erleben, die anfangs skeptisch waren und dann beginnen, wirklich in sich hineinzuspüren. Das ist für mich als Lehrerin einfach das schönste Gefühl.
Mutterschaft und Schwangerschaft sind Themen, die dir sehr am Herzen liegen, und du bist selbst junge Mutter. Du begleitest werdende Mütter mit speziell für sie entwickelten Kursen. Was genau macht ihr dort und welche Vorteile haben die Kurse für die Frauen?
Pränatal-Yoga ist wie eine kleine Blase voller Liebe und Geborgenheit, in der werdende Mütter wieder Zugang zu ihrer eigenen Kraft finden und vor allem eine Verbindung zu ihrem Baby aufbauen können.
Mutterschaft ist in unserer modernen Gesellschaft zu etwas unglaublich Komplexem geworden. Ich versuche, die Frauen wieder mit ihrem Körper zu verbinden, ihnen zu zeigen, wie sie Raum für ihr Baby schaffen, atmen und sich bewegen können – und ihnen bewusst zu machen, wie kraftvoll sie sind, wie stark weibliche Energie ist und wie sehr sie wertgeschätzt werden sollte. Gerade während der Schwangerschaft. Die körperlichen Veränderungen sind beeindruckend. Eine kleine Anekdote: Genau so habe ich übrigens meine heutige Ausbildungspartnerin Clémence kennengelernt. Sie ist Hebamme und betreute damals Frauen aus meinen Kursen. Immer wieder fragte sie sie: „Was machen Sie denn, dass Sie einen so unglaublich guten Beckenboden haben???“ Aber die Wirkung zeigt sich vor allem auch darin, wie die Frauen die Geburt und die Zeit danach erleben. Ich liebe es, Mütter zu begleiten, denn ich weiß, dass ich damit auch ihren Babys etwas Gutes tue … Wenn es einer Mutter gut geht und sie sich in ihrem Körper wohlfühlt, profitiert auch ihr Kind davon. Ich denke immer daran, dass auch die Welt von morgen von diesen Praktiken profitieren wird. <3
Du hast gemeinsam mit einer Hebamme eine Ausbildung entwickelt. Kannst du uns mehr darüber erzählen?
Ich habe eine spezielle Unterrichtsmethode entwickelt, die Müttern hilft, wieder Zugang zur Kraft ihres Körpers und zur Kraft der Mutterschaft zu finden. Das ist die Dilga-Methode.
Es handelt sich um eine einzigartige Methode zur Gestaltung von Yogastunden und zur energetischen Begleitung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Schwangerschaft nicht nur „ruhig“ oder „entspannt“, sondern wirklich erfüllt und positiv zu erleben – du weißt, was ich meine?
Gemeinsam mit meiner Hebamme und Freundin Clémence Perazzi haben wir eine Ausbildung für prä- und postnatales Yoga nach der Dilga-Methode entwickelt. Dabei lernt man, wie man Frauen in dieser besonderen Lebensphase begleitet, weibliche Energie stärkt und ihnen die Kraft ihres eigenen Körpers wieder bewusst macht. Es ist eine ganzheitliche Ausbildung, bei der Vertrauen in die Mutterschaft im Mittelpunkt steht – und nicht Angst.
Diese Ausbildung ist wirklich etwas ganz Besonderes. Und was mich am meisten glücklich macht: Wir haben mittlerweile fast 100 Frauen ausgebildet, die heute Mütter in ganz Frankreich begleiten.
Was würdest du jemandem raten, der mit Yoga anfangen möchte? Wie gelingt deiner Meinung nach der beste Einstieg?
Einfach die Tür eines Yogastudios öffnen und mit offenem Herzen hineingehen. Und ganz wichtig: Wenn euch eure erste Yogastunde nicht gefällt, probiert unbedingt andere aus. Es gibt fast so viele Arten, Yoga zu unterrichten, wie es Yogalehrerinnen und Yogalehrer gibt. Lasst euch von einer schlechten ersten Erfahrung nicht abschrecken – sonst würdet ihr euch einen echten Schatz entgehen lassen.
Yoga spricht ganz unterschiedliche Menschen an. Was wären deiner Meinung nach drei gute Gründe, warum jeder regelmäßig Yoga praktizieren sollte?
- Aufhören, im Alltag ständig die Luft anzuhalten – Atmung ist Leben, und erstaunlich wenige Menschen atmen im Alltag wirklich richtig.
- Ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln.
- Die innere Ruhe, die Yoga schenkt, auch an andere weitergeben. Die Welt braucht mehr Menschen, die in sich ruhen ...